Planetenphysik

Heiße Mantelaufströme im Inneren des Mars überlagert von geologischen Oberflächenmerkmalen

Die Abteilung Planetengeophysik (PLP) befasst sich hauptsächlich mit der theoretischen Modellierung von Struktur und Entwicklung planetarer Körper. Dabei geht es um die Interpretation und Inversion geophysikalischer und geochemischer Daten von Raumsonden. Darüber hinaus werden Instrumente zur Messung physikalischer Eigenschaften und entsprechende Laborexperimente entwickelt.

Unser Ziel ist es, ein umfassendes Bild der inneren Struktur und der thermochemischen Entwicklung planetarer Körper zu schaffen. Das schließt auch die Wechselwirkungen zwischen dem Kern und der Atmosphäre dieser Körper mit ein. Zwar weisen die internen und externen Prozesse, die Entwicklung, die Zusammensetzung und die Kerne erdähnlicher Planeten (und Exoplaneten) Gemeinsamkeiten auf, zum Beispiel eisenreiche Kerne, konvektierende Silikatmäntel, Ausgasung flüchtiger Stoffe und starre Krusten. Doch es bestehen auch wesentliche Unterschiede, die eingehend untersucht werden müssen. Anhand der Untersuchung der maßgeblichen Prozesse können wir zu einem besseren Verständnis gelangen, welche Ähnlichkeiten mit der Erde bestehen, und welche Unterschiede bestehen – beziehungsweise Aussagen treffen, inwiefern die Erde einzigartig ist. Bei kleinen Planetenkörpern überwiegen womöglich andere Prozesse, und ihre Entwicklung unterscheidet sich unter Umständen von der anderer planetarer Körper. Daher kommt ihnen mit Blick auf das Verständnis der Planetenentwicklung eine wichtige Rolle als Zeugen des frühen Sonnensystems zu.

Mitglieder der Abteilung sind als Principal Investigators (PI), Co-Investigators (Co-I) oder interdisziplinäre Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an Weltraummissionen wie InSight, MMX, BepiColombo, JUICE, VERITAS, EnVision und PLATO sowie im Rahmen der CLPS-Initiative am LISTER-Instrument beteiligt und leisten mit Blick auf Missionsvorschläge weitere wissenschaftliche Unterstützung.

Schlüsselkompetenzen der Abteilung

  • Eine international renommierte Gruppe auf dem Gebiet der Modellierung thermochemischer Entwicklungen und innerer Strukturen terrestrischer Planeten und Monde.
  • Entwicklung hochmoderner 1- bis 3-D-Codes der thermochemischen Mantelkonvektion mithilfe innovativer maschineller Lernverfahren.
  • Dem neuesten Stand der Technik entsprechende numerische Modelle thermomechanischer und geophysikalischer Eigenschaften, ergänzt durch Labortätigkeiten.
  • Entwicklung, Bau, Kalibrierung und Betrieb oberflächennaher geophysikalischer Instrumente.
  • PI und Co-I bei ESA-, NASA-, JAXA-Missionen.

Labore

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Missionsbeteiligungen der Abteilung

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Kontakt

Prof. Dr. Doris Breuer

Abteilungsleiterin
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Institut für Planetenforschung
Abteilung Planetenphysik
Rutherfordstraße 2, 12489 Berlin