Bis auf den Meter genau: Navigation mit Galileo
CNES–E. Grimault
Vor einigen Jahren wurde das europäische Satelliten-Navigationssystem Galileo aufgebaut. Hier die wichtigsten Infos dazu in Kürze.

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Eine wichtige Frage sollte vielleicht direkt am Anfang geklärt werden: Warum – so werden sich viele fragen – musste es ein weiteres Satelliten-Navigationssystem geben, wenn man mit dem bekannten GPS heute doch schon so wunderbar navigieren kann? Die Antwort: Das GPS-System wird von der Regierung der USA betrieben und wurde ursprünglich für militärische Zwecke entwickelt. Zwar gibt es seit einigen Jahren auch eine öffentliche Nutzung. Aber die Europäer hatten den Wunsch, selbst ein eigenes ziviles Satellitensystem zu entwickeln, um möglichst unabhängig zu sein. Unter anderem auch deshalb, weil die US-Regierung ihr GPS-System im Krisenfall jederzeit einschränken oder seine Genauigkeit verschlechtern, das System also möglicherweise künstlich „verdummen“ könnte. Und Geld verdienen kann man mit der Geräteherstellung und all den Zusatzdiensten auch, so dass europäische Firmen es hier dank Galileo auf dem Weltmarkt leichter haben.
Viele Anwendungsgebiete
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Vereinfacht gesagt funktioniert das so: Insgesamt 30 Satelliten umkreisen die Erde auf eine Höhe von etwa 23.000 Kilometern. Mithilfe eines kleinen Empfängers kann man mit den Satelliten Signale austauschen und so sehr genau seine eigene Position bestimmen. Dabei kann das europäische Galileo-System ganz exakt erkennen, auf welcher Straße und sogar auf welcher Spur ein Auto fährt. Oder wo du gerade mit dem Smartphone läufst. Unglaublich: Das kleine Gerät in deiner Hand oder im Auto „hört“ die Signale von Satelliten, die Tausende von Kilometern weit weg im All sind! Und das System „weiß“, ob du einen Meter weiter links oder rechts bist …
Keine Konkurrenz zum GPS

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Im Dezember 2016 erklärte die EU, dass die ersten Galileo-Dienste in Betrieb gehen. Inzwischen kann Galileo in vollem Umfang genutzt werden.