Raketen und ein Eis-Hotel im hohen Norden

Wettbewerb für Studierende
Solltest du eines Tages Luft- und Raumfahrttechnik studieren, kannst du vielleicht an unserem Ideen-Wettbewerb teilnehmen: Dabei entwickeln Studentinnen und Studenten eigene Experimente, die auf kleinen Raketen ins All geschossen werden.

Raketen befördern nicht nur große Lasten wie Satelliten oder Raumschiffe ins All. Es gibt auch kleinere Forschungsraketen, die – natürlich ohne Astronautinnen und Astronauten an Bord – verschiedene Experimente mit auf die Reise nehmen. Der Flug geht dann nur rund hundert Kilometer hoch in Richtung Weltraum und gleich wieder zur Erde zurück. Doch das genügt, um in Schwerelosigkeit zu forschen.

Sonnenaufgang in Kiruna
Verschneite Winterlandschaft in Kiruna, dem Startplatz im Norden Schwedens

Der Ort Kiruna ist für ein ganz besonderes Hotel bekannt: Seine Wände bestehen komplett aus dicken Eisblöcken. Deshalb wird es in Reiseführern häufig als das „coolste“ Hotel der Welt bezeichnet. Und ganz verrückt: Es muss jedes Jahr zu Beginn des Winters neu aufgebaut werden. Aber wir kommen etwas vom Thema ab. In dieser eisigen Welt – in der es im Sommer natürlich viel wärmer ist – befindet sich auch ein Startplatz für Forschungsraketen. Nebenbei bemerkt: Auch Ballons werden von hier aus gestartet und auch sie dienen der Forschung.

Wenn Fische ins All fliegen

... 3, 2, 1, Start!
Eine Forschungsrakete „schießt“ ins All.

Die Raketen verfügen über kleine Kammern, in denen man die verschiedenen Versuche unterbringen kann. Während des Fluges entsteht dann für einige Minuten Schwerelosigkeit. Experimente, die nicht wie auf der Internationalen Raumstation viele Stunden oder gar Tage dauern müssen, lassen sich in dieser kurzen Zeit durchführen. Oft sind das Versuche aus den sogenannten Materialwissenschaften. Da untersucht man bestimmte Vorgänge in Flüssigkeiten oder verschiedene Eigenschaften von Werkstoffen.

Es gibt aber auch biologische Experimente etwa zum Gleichgewichtssinn. Dafür sind beispielsweise schon kleine Larven von Fischen – genauer von Buntbarschen – an Bord der „Mini-Raketen“ ins All geflogen. Um die kleinen Fisch-Larven geht es dabei nur am Rande. Schon eher um uns Menschen. Denn dabei lassen sich Informationen über Gleichgewichtsstörungen sammeln, wie sie auch bei uns auftreten können. Übrigens: Auch wenn die Raketen klein sind, sind sie doch Hightech vom Feinsten: Die Fachleute können sogar vom Boden aus den Verlauf der Versuche per Video beobachten und per Tele-Kommando in die Abläufe eingreifen.

Einfach nur Wow!
Polarlichter über dem Norden Schwedens – Impressionen aus Kiruna

Das DLR lädt einmal pro Jahr Studierende aus ganz Deutschland – nein, nicht ins Eis-Hotel ein. Aber zu einem Ideen-Wettbewerb: Die besten Vorschläge für Experimente werden dann wirklich umgesetzt. Und die Studentinnen und Studenten dürfen sogar mit dabei sein. Sie wohnen dann aber in anderen, etwas preiswerteren Unterkünften …