12. März 2025 | Größen der Weltraumforschung treffen sich in Bonn

Statussymposium „Forschung und Exploration“ der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR

  • Vom 12. bis zum 14. März 2025 findet das Statussymposium „Forschung und Exploration“ der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR statt.
  • 245 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus ganz Deutschland tauschen sich zu aktuellen Forschungsfragen aus.
  • Zentrale Themen sind Quantenwissenschaften, Medizin, Biologie, Physik und Materialforschung.
  • Schwerpunkte: Raumfahrt, Forschung in Schwerelosigkeit, Exploration

Seit jeher will der Mensch seine Umwelt erforschen und verstehen. Das gilt insbesondere auch für das Weltall. Zu diesem Thema findet vom 12. bis zum 14. März 2025 das Statussymposium „Forschung und Exploration“ der Deutschen Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Gustav-Stresemann-Institut in Bonn statt.

Forschung unter Weltraumbedingungen hilft der modernen Medizin, Biologie, Physik und Materialforschung, fundamentale Fragen der Wissenschaft zu beantworten. Ebenso bereitet sich die Wissenschaft so auf zukünftige Missionen zur Erforschung des Weltalls vor. Diese Forschung ist zudem ein wesentlicher Innovationstreiber für Anwendungen, die das Leben auf der Erde verbessern.

Exzellente Forschung aus Deutschland

Deutschland ist seit Jahren ein exzellenter Standort für Forschung unter Weltraumbedingungen. Ziel des Symposiums ist, den aktuellen Stand von Projekten darzustellen, die von der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR gefördert werden. Zudem sollen Kooperationen zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern angeregt und neue, zukunftsweisende Themengebiete identifiziert werden. Hierzu werden sich rund 250 Forschende aus ganz Deutschland zusammenfinden.

Die Themen reichen von Experimenten in bodengebundenen Anlagen wie Isolationshabitaten, Bettruheeinrichtungen oder dem Fallturm in Bremen über Parabelflüge und unbemannte Höhenforschungsraketen sowie die Internationale Raumstation ISS im erdnahen Orbit bis hin zu robotischen Missionen zu den Himmelskörpern Mond und Mars.

Der Weltraum als Labor

Für die moderne Medizin, Biologie, Physik und Materialforschung ist der Weltraum ein einzigartiges, nicht zu ersetzendes Labor. Insbesondere Faktoren wie Schwerelosigkeit, Strahlung, Hochvakuum und Tiefsttemperaturen ermöglichen es, fundamentale Fragen der Wissenschaft zu beantworten, beispielsweise wie Leben entstanden ist.

Aber auch ganz praktische Anwendungsfelder sind zentral: Die Forschung an gesunden Astronautinnen und Astronauten unter den extremen Bedingungen der Raumfahrt hilft beispielsweise, neuartige Wirkstoffe, Therapien und Heilmethoden für Menschen auf der Erde zu entwickeln.

Bei der Forschung im Weltraum lag der Fokus bisher auf dem niedrigen Erdorbit, doch auch Mond und Mars sind inzwischen Ziele für robotische und astronautische Forschungsmissionen. Hier ist die Erprobung von neuen Technologien auf der Internationalen Raumstation ISS essenziell.

Experimente und Technologiedemonstrationen werden schon bald nicht mehr nur im Erdorbit, sondern auch in der Umlaufbahn des Mondes und ebenso auf der Mondoberfläche durchgeführt werden. Als Archiv der Frühzeit unseres Sonnensystems ist der Mond zudem ein bedeutsames Forschungsziel. Auch der Mars ist ein wichtiges Ziel der Forschung, da seine geologischen Eigenschaften Rückschlüsse auf die Entstehung des Sonnensystems und letztlich auch der Erde ermöglichen.

Quantenwissenschaft, Kalte Atome und innovative Medizin

Dr. Amelie Schoenenwald, Reserveastronautin der europäischen Weltraumorganisation ESA, wird zum Auftakt der Veranstaltung als Gastrednerin einzigartige Einblicke in ihre bisherigen Erfahrungen und die ersten Trainingseinheiten gewähren.

Im aktuellen Internationalen Jahr der Quantenwissenschaften präsentieren die Forschenden Fortschritte in der Quantensensorik, wie beispielsweise bei der Entwicklung von optischen Uhren für Navigationsanwendungen. Ein weiteres Highlight ist die Entwicklung des Bose Einstein Condensate and Cold Atom Laboratory (BECCAL) für die Forschung an kalten Atomen auf der ISS. Kalte Atome befinden sich nahe am absoluten Nullpunkt von rund -273 Grad Celsius und eröffnen durch ihre Eigenschaften neue Einblicke in die Quantenphysik. Entwickelt wurde BECCAL gemeinsam mit dem DLR und der der amerikanischen Luft- und Raumfahrtbehörde NASA.

Weitere Themenschwerpunkte sind die Forschung zum Klimawandel, zur Entstehung von Planeten und zur Feuersicherheit im Weltall. Ebenso steht die Forschung im Bereich Biologie und Humanmedizin im Fokus, beispielsweise 3D Bioprinting, Hochleistungs-Mikroskopie sowie die individualisierte Medizin mit innovativen Wirkstoffen.

Oft liefern gerade die wissenschaftlichen Erkenntnisse aus Weltraumprojekten genau die Puzzleteilchen, die zu einem besseren Verständnis der Natur, unseres Lebens auf der Erde oder medizinischer Prozesse beitragen.

Weiterführende Links

Kontakt

Dr. Gregor Hecker-Twrsnick

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Deutsche Raumfahrtagentur im DLR
Kommunikation & Presse
Königswinterer Straße 522-524, 53227 Bonn
Tel: +49 228 447-221

Dr. Kristina Koch

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Deutsche Raumfahrtagentur im DLR
Forschung und Exploration
Königswinterer Straße 522-524, 53227 Bonn