13 Jahre mit Stroh heizen – erstes globales Bioenergiepotenzial von Stroh
Wissenschaftler des DFD errechnen erstmals globales Bioenergiepotenzial von Stroh – damit könnte Deutschland 13 Jahre heizen. Die Verfügbarkeit von Biomasse - insbesondere in Form von bislang ungenutzten Strohabfällen auf landwirtschaftlichen Anbauflächen - stellt eine zentrale Kenngröße zur Bilanzierung erneuerbarer Energieressourcen dar.

Mit dem vom DLR erzeugten Datensatz zum globalen Strohpotenzial wird nun eine einmalige Informationsquelle zur Verfügung gestellt, die detaillierte Einblicke in die lokale Verteilung und Verfügbarkeit von Energie aus Stroh-Biomasse liefert. Die durch Satellitendaten gestützte Berechnung dieses wichtigen Anteils des Bioenergiepotentials basiert auf dem Vegetationsmodell BETHY/DLR und erfolgt jeweils für ein Jahr. Grundlage bilden täglich modellierte Werte der Netto-Primärproduktion (NPP), die über eine Verschneidung mit Informationen zur Landnutzung die Bereitstellung des Energiepotenzials (TJ/a) in einem 1 km Raster ermöglichen.
Für das Beispieljahr 2012 wurde ein globales Strohpotenzial von rund 55 Millionen TJ berechnet. Theoretisch könnte Deutschland hiermit seinen vollständigen Primärenergiebedarf vier Jahre decken. In Zusammenarbeit mit weiteren Forschungsteams am DLR wird die Ableitung von Biomasse bzw. -energiepotenzialen in Zukunft weiter vorangetrieben, um auf dieser Basis wichtige Beiträge zur nachhaltigen Energieversorgung sowie Umwelt- und Klimaforschung zu leisten.