Rosat

Die wissenschaftlichen Ergebnisse

Die wissenschaftlichen Ergebnisse
  • Rosat%2dAufnahme des gesamten Himmels im Röntgenlicht Rosat%2dAufnahme des gesamten Himmels im Röntgenlicht

    Rosat-Aufnahme des gesamten Himmels im Röntgenlicht

    Die Aufnahme zeigt den gesamten Himmel im Röntgenlicht, wie Rosatt ihn in der Himmelsdurchmusterung in den Jahren 1990 und 1991 gemessen hat. In dieser Projektion befindet sich auf Höhe des "Äquators" unsere Milchstraße, auf der unter anderem Supernova-Überreste (zum Beispiel im Sternbild Vela in der rechten Bildhälfte) und Röntgen-Doppelsterne zu sehen sind. Die verschiedenen Farben geben die unterschiedlich starke Energie der Röntgenstrahlung wieder.

  • Rosat%2dAufnahme eines Galaxienhaufens vom Mai 1995 Rosat%2dAufnahme eines Galaxienhaufens vom Mai 1995

    Rosat-Aufnahme eines Galaxienhaufens vom Mai 1995

    Im Mai 1995 gelang Rosat diese Aufnahme eines Galaxienhaufens mit einem Durchmesser von zehn Millionen Lichtjahren. Dies ist eine von mehr als 200.000 Rosat-Quellen. Die Farben geben die aus den Rosat-Daten abgeleitete Temperatur des heißen Gases in den Galaxienhaufen wieder. Im Zentrum kann die Temperatur auf mehr als zehn Millionen Grad steigen. Übergelagert ist ein optisches Bild (schwarz), das die einzelnen Galaxien überlagert.

  • Ergebnis der längsten Rosat%2dBeobachtung über zwei Wochen Ergebnis der längsten Rosat%2dBeobachtung über zwei Wochen

    Ergebnis der längsten Rosat-Beobachtung über zwei Wochen

    Die längste Rosat-Beobachtung eines ausgesuchten Himmelsausschnitts dauerte zwei Wochen. Sie zeigte, dass der kosmische Röntgen-Hintergrund zu mehr als 80 Prozent aus Einzelquellen besteht. Die meisten dieser Quellen sind sogenannte Quasare, das sind Kerne von meist weit entfernten aktiven Galaxien, in deren Zentrum sich Schwarze Löcher befinden.

loading
 

Rosat war für zwei Aufgaben konzipiert: in den ersten sechs Monaten nach seinem Start am 1. Juni 1990 scannte er den gesamten Himmel ab und erstellte mit dem PSPC (Position Sensitive Proportional Counter)-Detektor die erste Himmelsdurchmusterung, die mit einem abbildenden Röntgen-Teleskop durchgeführt wurde. Dabei wurden rund 80.000 Röntgenquellen entdeckt und katalogisiert. Die britische Weitwinkel-Kamera registrierte parallel dazu 6.000 Quellen im extremen Ultraviolettbereich.

Der Vorteil der "Himmelsdurchmusterung" lag zum einen in den statistischen Untersuchungen, die aufgrund der großen Anzahl der beobachteten Objekte möglich waren. Zum anderen bot sie praktisch ein unbegrenztes Gesichtsfeld, das die Beobachtung von sehr ausgedehnten Objekten wie naher Supernova-Überreste machbar machte. Die zahlreichen bei der Himmelsdurchmusterung lokalisierten Röntgenquellen bildeten die Grundlage für die anschließenden detaillierten Beobachtungen einzelner Objekte. Da viele Röntgenquellen zeitlich variabel sind, werden die Daten häufig heute noch für wissenschaftliche Untersuchungen herangezogen. 

In der zweiten Phase, die bis Ende 1998 dauerte, wurden detaillierte Beobachtungen einzelner Röntgenquellen durchgeführt ("pointierte Beobachtungen"). Rosat wurde in dieser Zeit wie ein öffentliches Observatorium betrieben, das jedem interessierten Wissenschaftler auf begründeten Antrag hin zur Verfügung stand. Unter Federführung des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (MPE) in Garching wurde dafür ein Gastbeobachtungsprogramm eingerichtet, an dem etwa 4.000 Wissenschaftler aus 26 Ländern teilnahmen.

Mit über acht Jahren Lebensdauer und zahlreichen exzellenten wissenschaftlichen Beobachtungen übertraf Rosat aus wissenschaftlicher Sicht die in ihn gesetzten Erwartungen bei weitem. Fast alle bekannten Arten astrophysikalischer Objekte ließen sich mithilfe von Rosat beobachten. Das waren in erster Linie diejenigen, bei denen besonders hochenergetische Prozesse oder Temperaturen von Millionen Grad im Spiel sind. Dazu zählten die Aktiven Galaktischen Kerne, die vermutlich ein Schwarzes Loch enthalten, sowie Galaxien und Galaxienhaufen. In unserer Milchstraße gehörten normale Sterne, Röntgendoppelsterne, Neutronensterne und Überreste von Supernovae zu den Beobachtungsobjekten. Aber auch Objekte in unserem Sonnensystem wie Mond, Planeten und Kometen, von denen man ursprünglich keine Röntgenstrahlung erwartet hatte, ließen sich beobachten.

Die Ergebnisse sind in über 8.000 Veröffentlichungen dokumentiert. Beobachtungen bei anderen Wellenlängen (sichtbares Licht, Radio-, Infrarot- und Gammastrahlung) ergänzen die Informationen über die astronomischen Objekte. Der 2001 überarbeitete Rosat-Katalog von pointierten PSPC-Beobachtungen enthält Positionen und Zählraten von mehr als 100.000 Röntgenquellen. Dieser Katalog der Röntgenquellen und ihrer Eigenschaften bildet nach wie vor die Basis für zahlreiche vertiefende Beobachtungen mit späteren Röntgenmissionen wie der ESA-Mission XMM-Newton und der NASA-Mission Chandra (beide seit 1999 operationell in der Erdumlaufbahn).

Zuletzt geändert am:
11.07.2011 17:01:50 Uhr

Kontakte

 

Sabine Göge
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Leiterin DLR-Kommunikation

Tel.: +49 2203 601-2133

Fax: +49 2203 601-3249
Andreas Schütz
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Kommunikation, Pressesprecher

Tel.: +49 171 3126-466