U-AGREE

Drohneneinsätze und die damit verbundenen Erwartungen entwickeln sich ständig weiter. Die bisher verwendeten Methoden zur Risikobewertung und -minderung sind für die aktuellen Einsatzszenarien nicht mehr geeignet. Ziel des Projekts U-AGREE ist es daher, den Bewertungsprozess zu aktualisieren.
Ziel: Risikobewertung verbessern
Bevor regelmäßige und massenhafte Drohnenflüge in urbanen Gebieten stattfinden können, muss eine Vielzahl von Verkehrsdiensten im Luftraum etabliert werden. Dies bedeutet die Schaffung eines sogenannten U-Space.
Für solche U-Space Lufträume müssten Staaten die erforderlichen Fähigkeiten und Leistungsanforderungen für unbemannte Luftfahrtsysteme (UAS) sowie die Verkehrsdienste in diesem Luftraum definieren. Diese Anforderungen basieren auf den Ergebnissen einer Luftraumrisikobewertung (Airspace Risk Assessment, ARA), die von den zuständigen Behörden durchgeführt wird. Eine solche Bewertung verwendet Risikomodelle, um das Schadenspotenzial bei unerwarteten Ereignissen oder Vorfällen zu bestimmen.
Ein naheliegendes Risikomodell für die Verwendung ist das etablierte Specific Operations Risk Assessment (SORA). Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) definiert SORA als „eine Methodik zur Einstufung des Risikos eines UAV-Flugs in eine bestimmte Betriebskategorie und zur Identifizierung von Minderungstechniken und Sicherheitszielen“. Dieses Risikomodell weist jedoch einige Einschränkungen auf und spiegelt nicht immer die aktuellen Fähigkeiten und Betriebsarten von UAS oder die durch UAS-Dienste ermöglichten Maßnahmen wider.
Quantitative Risikomodelle für Luft- und Bodenkontrolle
Ein Nachteil des derzeitigen SORA-Modells besteht darin, dass es qualitative Risikomodelle verwendet. Dies erschwert die Entwicklung eines Werkzeugs, das die Betreiber bei der Automatisierung des Risikobewertungsprozesses unterstützt. Um dieses Problem zu lösen, wird das Projekt U-AGREE neue quantitative mathematische Modelle für Luft- und Bodenrisiken entwickeln. Diese Modelle berücksichtigen auch die Möglichkeit mehrdimensionaler negativer Auswirkungen auf die Sicherheit, den Datenschutz, die Privatsphäre und die Umwelt, die von Drohneneinsätzen ausgehen können. Außerdem werden U-Space die Risiken vermindern können, ebenfalls in dem Modell integriert.
Das U-AGREE Projekt wird mit Hilfe von Simulationen neue Modelle entwickeln und validieren. Darüber hinaus wird eine Methodik entwickelt, um Sicherheits- und Leistungsanforderungen für UAS, U-Space-Dienste und die von ihnen abhängigen Kommunikations-, Navigations- und Überwachungssysteme (CNS) zu definieren.
Das DLR fokussiert sich im Gesamtprojekt auf die Verbesserung des Risikobewertungsprozesses. Insbesondere leitet das Institut für Flugführung das Arbeitspaket zur Verbesserung der mathematischen Modelle für Luft- und Bodenkontrollrisiken. Es trägt mit seiner Expertise in der Bewertung von Vogelschlagauswirkungen zur Modellentwicklung bei.
Eckdaten
Projekt | U-AGREE (U-space Air and Ground Risk modEls Enhancement) |
Mitwirkende | Universidad Politécnica de València (Koordinator) Collins Aerospace ENAIRE CRIDA INECO Cranfield University |
Laufzeit | 2024 – 2026 |
Finanzierung | SESAR/Digital European Sky |
This project has received funding from the SESAR joint Undertaking under the Horizon Europe research and innovation programme under grant agreement No 101167187.

JU