Mit der Anwendungsplattform Intelligente Mobilität (AIM) schafft das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) in Partnerschaft mit dem Land Niedersachsen, der Stadt Braunschweig und weiteren Partnern eine einzigartige Möglichkeit zur vernetzten Forschung, Entwicklung und Anwendung für intelligente Transport- und Mobilitätsdienste.
Als Großforschungsanlage ermöglicht AIM Nutzern aus Wissenschaft, Forschung, Entwicklung und Industrie die Untersuchung einer Vielzahl von Themen aus der gesamten Komplexität von Verkehr mit all seinen Wechselwirkungen. AIM integriert und nutzt das reale verkehrliche Umfeld der Stadt und Region Braunschweig und beinhaltet spezielle Teststrecken ebenso wie ein leistungsfähiges Instrumentarium zur Simulation großräumiger und mikroskopischer Aspekte von Mobilität.
Als offene und flexible Forschungsplattform ist AIM auf Langlebigkeit und Nachhaltigkeit ausgelegt. Anders als bei bisherigen Ansätzen mit einzelnen thematischen Testfeldern in verschiedenen Städten ermöglicht AIM so die Wiederverwendung der Testinfrastruktur für unterschiedliche Fragestellungen. Damit reduziert AIM die Investitionen je Projekt erheblich. Die Basisinfrastruktur kann in vielfältigen Projekten weiter genutzt und bedarfsgerecht spezifisch ergänzt werden. Darüber hinaus bietet AIM die Möglichkeit, deutlich über die typische Laufzeit von 2 bis 3 Jahren einzelner Projekte hinaus Langfristdaten und -untersuchungen mit relativ geringem Aufwand zu händeln sowie eine Nachnutzung von Infrastruktur und Ergebnissen sicherzustellen.
Der Aufbau von AIM wird mit über 15 Mio. Euro unterstützt durch die Helmholtz-Gemeinschaft und das Land Niedersachsen. Die mit AIM zu realisierenden Forschungs- und Entwicklungsprojekte werden mittelfristig durch weitere Ressourcen aus öffentlicher oder industrieller Hand sowie wissenschaftliche Kooperationen flankiert.
Themenvielfalt durch flexible, nachhaltige Plattform
Mit AIM können sowohl Arbeiten mit hohem systemischen Anspruch als auch mit herausragender fachlicher Tiefe effektiv umgesetzt werden. Die konsequente Bündelung von finanziellen und technischen Ressourcen ermöglicht die Anwendung eines breiteren Methoden- und Technologie-Portfolios und reduziert Vorlaufzeiten und Investitionskosten.
AIM ermöglicht den Wissenschaftlern des DLR und seinen Partnern, eine bisher nicht erreichte Bandbreite an Themen im Gebiet intelligenter Mobilitätsdienste abzubilden und systematisch zu untersuchen – sowohl multimodal als auch verkehrsträgerspezifisch. Übergeordnete Ziele sind die Erhöhung der Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer, ein effizienter Verkehrsablauf und die Schonung von Ressourcen. In diesem Sinne sind fünf Forschungsschwerpunkte in AIM primär verankert: Verkehrsflussoptimierung, Intermodale Mobilität, Zukünftige Mobilitätskonzepte, Markteinführung und Migration sowie Mobilitätsbewusstsein.
AIM in der Stadt und Region Braunschweig
AIM nutzt eine ganze Region mit ihren real existierenden Verkehrswegen und -beziehungen als Forschungsraum.
Das ermöglicht die Untersuchung sehr komplexer Phänomene wie beispielsweise die Frage, wie der Transport von Menschen und Gütern mit der kombinierten Nutzung von verschiedenen Verkehrsmitteln effizienter gestaltet werden kann.
Mit knapp einer Million Einwohnern und dem Anschluss an das Autobahn- und Schienennetz bietet die Region Braunschweig beste Vorrausetzungen dafür. Mit ihrem Mobilitätsverhalten – Wege zu Schule, Arbeit oder Einkauf unter Nutzung von Auto, Bus, Straßenbahn, Eisenbahn oder Fahrrad – liefern alle Bewohner/innen der Region einen Beitrag zur Verkehrsforschung und damit für die Mobilität der Zukunft.
AIM ist in erster Linie eine Forschungsplattform für verkehrliche Anwendungen. Darüber hinaus ist AIM aber auch Bestandteil der regionalen Bündelung von Aktivitäten der Verkehrsforschung in Niedersachsen. So ergänzt AIM beispielsweise die Aktivitäten des Niedersächsischen Forschungszentrums Fahrzeugtechnik (NFF), der Technischen Universität Braunschweig und weiterer Partner aus Industrie und Forschung.
AIM ergänzt bestehende Großanlagen
AIM ergänzt die bereits bestehenden Großanlagen des DLR-Instituts für Verkehrssystemtechnik, die jeweils für einzelne Forschungsfragen zum Einsatz kommen. Sie werden projektgetrieben mit AIM verknüpft und kommen so zur Beantwortung spezifischer wie komplexer Fragen zum Einsatz.
Simulatoren
Traffic Tower, Dynamischer Fahrsimulator, Virtual Reality Labor / HMI-Lab, SMPLab, RailSiTe
Messfahrzeuge
ViewCar, FASCar, RailDriVE, UTRaCar und MoMoCar
Mess- und Versuchsstrecke Berlin
UTRaLab