Kometen

Kometen sind zerbrechliche, unregelmäßig geformte Brocken von einigen hundert Metern bis einigen zehn Kilometern Durchmesser und bestehen aus Staub, Eis und organischen Molekülen. Ihre Heimat sind die fernen Zonen des Sonnensystems. Aufgrund ihres großen Abstands zur Sonne, um die sie sich dort sehr langsam bewegen, bleiben die Kometen sehr kalt und können deshalb auch flüchtige Bestandteile in Form von Eis lange konservieren. Sie besitzen damit Informationen über die Zustände des frühen Sonnensystems und sind daher von großem wissenschaftlichen Interesse.

Aufgrund von Weltraummissionen sowie Beobachtungen von der Erde wissen wir heute, dass es "den" Kometen nicht gibt. Vielmehr sind sie poröse Körper geringer Dichte, die sehr unterschiedliche physikalische und chemische Eigenschaften aufweisen, und auch keine homogene Zusammensetzung haben.

Trotz der enormen wissenschaftlichen Erkenntnisse der letzten Jahre sind noch wichtige Fragen nicht oder nicht vollständig geklärt, etwa nach der Bedeutung von Kometen für die Entstehung des Planetensystems und des Lebens. Denn kurz nach der Bildung des Planetensystems sind sie in weitaus größerer Zahl als heute in Richtung Sonne abgelenkt worden und haben daher auch die inneren Planeten und den Mond häufiger getroffen. Wahrscheinlich gelangten durch die Einschläge von Kometen wichtige Bausteine für das Leben wie Wasser und organische Moleküle auf die Erde und hatten so Einfluss auf die Entwicklung einer Biosphäre.

Woher kommen Kometen?

Das größte Kometen-Reservoir ist die Oortsche Wolke, die unser Sonnensystem bis zu einer Distanz von 100.000 Astronomischen Einheiten (15 Billionen Kilometer) kugelförmig umgibt. Sie enthält wahrscheinlich mehr als eine Billion Objekte.

Ein zweites, deutlich kleineres Kometenreservoir existiert jenseits der Umlaufbahn des Neptun bis zu einem Sonnenabstand von etwa 50 Astronomischen Einheiten. Die sich dort aufhaltenden so genannten Transneptunischen Objekte (TNOs) bilden eine diffuse Scheibe aus weit verstreuten Kleinkörpern, zu der auch größere planetenartige Objekte im Kuiper-Edgeworth-Gürtel gehören: Hierzu zählen Pluto mit seinem Mond Charon und fernere Körper wie der 2003 entdeckte Zwergplanet Eris. Sie entsprechen aufgrund ihrer Größe von über tausend Kilometer Durchmesser kaum dem "klassischen" Bild von Kometen und werden als "Plutoniden" bezeichnet. Insgesamt gibt es wahrscheinlich einige Milliarden TNOs, von denen bisher etwa 1200 bekannt sind. Während der zwischen Mars und Jupiter befindliche Asteroidengürtel hauptsächlich Brocken aus Gestein und Metall enthält, bestehen die Transneptunischen Objekte zumeist aus gefrorenen flüchtigen Substanzen wie Wassereis, Kohlendioxyd, Methan und Ammoniak.

Wie bildet sich der Kometenschweif?

Geringfügige, durch Schwerkraft-Einflüsse verursachte Bahnstörungen können Kometen ablenken. Geraten sie dabei in die Nähe der Sonne, tauen die gefrorenen Bestandteile allmählich auf und strömen ins Weltall. Dabei reißen sie Staubpartikel von der Oberfläche mit. Durch diese so genannte kometare Aktivität entsteht um den kleinen Kometenkern eine nebelig-diffuse, sehr dünne Kometenatmosphäre von zehn- bis hunderttausend Kilometern Durchmesser: die Koma. Durch Wechselwirkung mit dem Sonnenlicht und dem Sonnenwind entstehen aus dieser die manchmal Millionen Kilometer langen, eindrucksvollen Staub- und Plasmaschweife. Diese sind manchmal mit bloßem Auge zu sehen und stellen dann ein imposantes Himmelsschauspiel dar.
 

Zuletzt geändert am: 17.01.2014 12:26:25 Uhr

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Der Kern des Kometen Tempel 1

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