Raketen und Ballone: das deutsch-schwedische Studentenprogramm REXUS/BEXUS

Raketen und Ballone
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    REXUS/BEXUS-Logo

    Zur Förderung des wissenschaftlich-technischen Nachwuchses wird vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Schwedischen Nationalen Raumfahrt-Organisation (SNSB) gemeinsam das Projekt REXUS/BEXUS durchgeführt.

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    Start einer REXUS-Rakete

    Eine REXUS-Rakete startet von Kiruna in Schweden.

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Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die Schwedische Nationalen Raumfahrt-Organisation (SNSB) führen seit 2007 gemeinsam das REXUS/BEXUS-Programm  zur Förderung des wissenschaftlich-technischen Nachwuchses durch. Das Programm eröffnet europäischen Studenten die Möglichkeit, eigenständig auf Raketen und Ballonen wissenschaftliche Experimente zu fliegen. Sie bekommen so praktische Erfahrungen bei der Vorbereitung und Durchführung eines Raumfahrtprojekts.  Vorschläge für Experimente in der Gondel eines Ballons (BEXUS - Ballon-Experimente für Universitäts-Studenten) oder auf Höhenforschungsraketen (REXUS - Raketen-Experimente für Universitäts-Studenten) können jährlich im Herbst eingereicht werden. Der genaue Termin für den Einsendeschluss wird mit der Ankündigung des neuen Projektzyklus jeweils Anfang September bekanntgegeben.

Jeweils die Hälfte der Raketen- und Ballon-Nutzlasten stehen Studenten deutscher Universitäten und Hochschulen zur Verfügung. SNSB hat den schwedischen Anteil für Studenten der übrigen ESA-Mitgliedsstaaten geöffnet, wobei hierfür die Ausschreibung zeitgleich über die europäische Raumfahrtbehörde ESA erfolgt. Die Raketen- und Ballonflüge werden jährlich in Nordschweden im Februar oder März bzw. September oder Oktober vom Startplatz Esrange bei Kiruna gestartet.

Studenten forschen mit Raketen und Ballonen

Die REXUS-Forschungsraketen eignen sich besonders für Atmosphärenforschung und technische Experimente; aber es können auch solche durchgeführt werden, die reduzierte Schwerkraft benötigen. Damit eröffnet sich ein breites Feld von Forschungs- und Testmöglichkeiten. Die Raketen erreichen eine Flughöhe von bis zu 90 Kilometern und bieten Experimentierzeiten von insgesamt ungefähr fünf Minuten, davon bei Bedarf bis zu 120 Sekunden Schwerelosigkeit. Auf der Rakete REXUS 10 hat zum Beispiel das Studententeam FOCUS von der TU München erstmalig und sehr erfolgreich eine kleine Trägerstruktur aus mit Harz getränkten Fasern im Weltraum entfaltet und mit UV-Licht gehärtet. Das EXPLORE-Team von der Universität Stuttgart hat auf REXUS 9 untersucht, wie sich Tanks im Weltraum befüllen lassen.  Mit der Frage, wie sich Weltraummüll besser entsorgen lässt, hat sich das Spacesailors Team von der RWTH Aachen befasst. Es hat auf REXUS 11 die Entfaltung eines Segels getestet, das Kleinsatelliten am Ende ihrer Nutzungsdauer durch Abbremsung schneller zum Wiedereintritt in die Erdatmosphäre und damit zum Verglühen bringen soll.

Die Stratosphärenballone BEXUS erreichen mit bis zu 30 Kilometern eine Flughöhe, die für Flugzeuge nicht mehr erreichbar ist und von den Raketen nur sehr schnell durchflogen wird. Ihre windabhängige Flugzeit von zwei bis fünf Stunden bietet daher insbesondere die Möglichkeit,  diesen für das Wetter auf der Erde interessanten Bereich der Atmosphäre zu untersuchen oder die Weltraumstrahlung zum Beispiel in Abhängigkeit von der Höhe zu messen wie es Kieler Studenten mit dem Experiment RETA auf BEXUS 13 realisiert haben. Aber auch ganz andersartige Experimente zum Beispiel aus dem Bereich Navigation können durchgeführt werden. So haben Studenten der Universität Aalborg /Dänemark mit Experiment NAVIS zur Ortung und Erkennung von Schiffen einen Prototyp für den seit Februar 2013 fliegenden studentischen Kleinstsatelliten (Cubesat) AAUSAT-3 getestet.

Das DLR Raumfahrtmanagement in Bonn hat auf deutscher Seite die Leitung des REXUS/BEXUS Studentenprogramms inne. Es fordert jährlich Studierende deutscher Universitäten und Hochschulen auf, Experimentvorschläge einzureichen und ist für die Auswahl verantwortlich. Für das Management der einzelnen Projektzyklen verbunden mit der organisatorischen und technischen Betreuung seiner Studententeams hat das DLR Raumfahrtmanagement einen Auftrag an die ZARM-Fallturmbetriebsgesellschaft in Bremen vergeben. Die Ballon- und Raketenflugkampagnen werden von EuroLaunch, einem Joint Venture der Mobilen Raketen Basis des DLR (MoRaBa) und dem Esrange Space Center des schwedischen Raumfahrtunternehmens SSC, durchgeführt.

 

Zuletzt geändert am:
29.08.2013 14:27:44 Uhr

Kontakte

 

Maria Roth
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Raumfahrtmanagement, Forschung unter Weltraumbedingungen

Tel.: +49 228 447-324

Fax: +49 228 447-735