Trauen

Der Standort Trauen des DLR

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Der Standort Trauen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) befindet sich in der Lüneburger Heide, in direkter Nähe zum Bundeswehrflughafen Faßberg. Seit 1935 wird die vorteilhafte Lage abseits von Siedlungen und dennoch in der Nähe von Ballungsräumen genutzt, um hochanspruchsvolle Versuche für die Forschung durchzuführen. Besondere wissenschaftliche Aufmerksamkeit erlangten die Arbeiten und Versuche von Prof. Eugen Sänger, der das Raketenzentrum in Trauen federführend aufbaute und Raketen- und luftatmende Flugkörperantriebe entwickelte. Eine seiner grundlegenden Arbeiten wird noch heute in fast allen Raketenmotoren eingesetzt: die Kühlung der Glockendüse mit dem Raketentreibstoff.

In den 1960er Jahren fanden in Trauen erste Brennversuche für die in Deutschland entwickelte Oberstufe der ersten europäischen Trägerrakete "Europa" statt. Später etablierten sich in den vorhandenen Prüf- und Testständen neue Aktivitäten im Bereich des luftfahrttechnischen Brandschutzes, akustische Untersuchungen zur Lärmminderung bei Flugantrieben sowie Materialuntersuchungen für die Widereintrittstechnologie. Gegenwärtig beschäftigen sich die Mitarbeiter - auf dem gemeinsam mit EADS Astrium genutzten Gelände - vorrangig mit dem Vorbereiten und Durchführen von Versuchen in den Bereichen Brand- und Schallschutz.

Der Flughafen Faßberg ermöglicht bei Bedarf eine Mitbenutzung der Start- und Landebahnen.

Forschungsschwerpunkte

Schwerpunkte der Forschung am DLR-Standort Trauen sind Vorbereitung und Durchführung von Versuchen in den Arbeitsbereichen Antrieb, Akustik, Strukturmechanik und Entwurf/Aerodynamik.

Die praktischen Versuche verfolgen in erster Linie technologische und systemtechnische Ziele:

  • Verbesserung des akustischen Verhaltens von Antrieben in der Flugzeugtechnik
  • Entwicklung von adaptionsfähigen, schadenstoleranten und thermostabilen Leichtbaukonstruktionen
  • Herstellung und Entwicklung von Antriebsstoffen für Satelliten

Die Arbeit auf dem Gebiet der Brandsicherheit - einem herausragenden Thema der Luftfahrt - konzentriert sich auf:

  • Zertifizierungsversuche für Luftfahrtmaterialien
  • Durchbrandverhalten von Flugzeugzellen
  • Einsatzversuche von Feuerlöschanlagen und Löschmitteln
  • Versuche zur Optimierung von Feuerdetektionssystemen
  • Löscherversuche zur Bekämpfung von Mineralölbränden

Dienstleistungen

Zur Durchführung der Versuche stehen besondere Anlagen zur Verfügung: Neben Brandlaboren mit der abgebildeten "Ohio-State-University-(OSU)-Kammer" für standardmäßige Materialtests, einem Versuchsstand zur Simulation des Durchbrandverhaltens von Flugzeugaußenhautstrukturen und einer eins zu eins Nachbildung eines Flugzeugfrachtraums befinden sich am DLR-Standort Trauen ein Brandplatz zur Simulation von durch Flugzeug-Crashs ausgelösten Brandszenarien, ein Propeller- und Motorenprüfstand sowie die Teststände THERMEX-A und THERMEX-G zur Simulation hoher thermischer und mechanischer Belastungen beziehungsweise für die Untersuchung von Hitzeschilden.

Eine Verdichterzentrale mit einer installierten Leistung von 2000 Kilowatt ermöglicht Materialuntersuchungen im heißen Triebwerksbereich. Für die Aufbereitung von Wasser wurde eine für Laborzwecke konzipierte Anlage gebaut und patentiert. Hydrazinhaltige Abwässer lassen sich damit ebenso aufbereiten wie ähnlich hochgiftige ethidiumbromidhaltige Abwässer aus Genlaboren. Abgerundet wird das Leistungsspektrum durch eine kleine Werkstatt zur Unterstützung von Versuchsvorhaben.

Zuletzt geändert am:
17.01.2012 15:16:53 Uhr

Kontakte

 

Prof. Dr.-Ing. Joachim Block
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Leitung der Standorte Braunschweig, Göttingen, Trauen

Tel.: +49 531 295-2100

Fax: +49 531 295-12100
Jasmin Begli
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Kommunikation, Braunschweig

Tel.: +49 531 295-2108

Fax: +49 531 295-2102