Oberpfaffenhofen

Fliegender Wildretter: Auszeichnung für Tierschutzprojekt

Mittwoch, 7. November 2012

  • Auszeichnung für das DLR-Institut für Methodik der Fernerkundung

    Für die innovative Idee des "Fliegenden Wildretters" wurde das DLR-Institut für Methodik der Fernerkundung als einer von 365 "Ausgewählten Orten 2012" im "Land der Ideen" ausgezeichnet. Im Bild (von links nach rechts): Michael Junge, Firmenkundengeschäft der Deutschen Bank München, Prof. Dr. Richard Bamler, Direktor des DLR-Instituts für Methodik der Fernerkundung, Martin Israel, Leiter des DLR-Projekts 'Fliegender Wildretter', Dr. Peter Haschberger, Abteilungsleiter im DLR-Institut für Methodik der Fernerkundung, Corinna Pregla, Land der Ideen Management GmbH.

  • Die Rettung beginnt in der Luft Die Rettung beginnt in der Luft

    Die Rettung beginnt in der Luft

    Das Anwendungssystem "Fliegender Wildretter" des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) sorgt Unfällen mit Landmaschinen vor und spürt die im Gras verborgenen Tiere bei der Mahd auf.

  • Bereit zum Einsatz - der "Fliegender Wildretter"

    Der "Fliegende Wildretter" besteht aus einem mit Sensoren ausgestatteten Flugroboter, der vor der Mahd mittels Fernsteuerung per GPS auf Erkundungsflug geschickt wird. Wie das System funktionert, demonstrierte DLR-Projektleiter und Preisträger Martin Israel.

  • Wildretter Wildretter

    Auswertung der Daten vor Ort

    Über den Rechner an Bord des Fluggeräts werden die Informationen der Sensoren ausgewertet und an die Bodenstation gefunkt, von wo aus das Suchpersonal GPS-gestützt zum Kitzlager geführt wird.

  • Wildretter Wildretter

    Ein verborgenens Kitz - per Wärmebild entdeckt

    Eine hochauflösende Wärmebildkamera erkennt die gegenüber der Wiesenumgebung erhöhte Temperatur von Tieren im Gras.

  • Logo Wildretter Logo Wildretter

    Wildretter: Ziel ist die Kitzrettung während der Mahd

    Ziel des "Wildretter"-Projekts ist die Entwicklung eines Anwendungssystems zur Kitzrettung beim Mähen landwirtschaftlicher Flächen.

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In Deutschland werden jedes Jahr mehr als 100.000 Rehkitze durch Landmaschinen verletzt oder getötet. Die Jungtiere ducken sich bei Gefahr anstatt zu fliehen und werden dadurch zu Opfern. Das Anwendungssystem "Fliegender Wildretter" des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) sorgt Unfällen vor und spürt die im Gras verborgenen Tiere bei der Mahd auf. Mit der Rettung der Wildtiere wird zugleich der Vergiftung des Mähguts durch Tierkadaver vorgebeugt. Für  die innovative Idee des "Fliegenden Wildretters" wurde das DLR-Institut für Methodik der Fernerkundung als einer von 365 "Ausgewählten Orten 2012" im "Land der Ideen"  ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand am 7. November 2012 in Oberpfaffenhofen statt. Der Wettbewerb wird von der Standortinitiative "Deutschland – Land der Ideen" gemeinsam mit der Deutschen Bank realisiert.

"Dass wir neben der Auszeichnung  'Ausgewählter Ort'  auch eine gute Platzierung bei der Publikumswahl erreicht haben, zeigt uns, auf welch großen Zuspruch unser Projekt in der Bevölkerung stößt", so DLR-Projektleiter Martin Israel.  Der "Fliegende Wildretter" wurde bundesweit aus über 2.000 Bewerbungen ausgewählt. Die Jury setzt sich aus Wissenschaftlern, Wirtschaftsmanagern, Journalisten und Politikern zusammen. Michael Junge vom Firmenkundengeschäft der Deutschen Bank München überreichte die Auszeichnung und betonte: "Der 'Fliegenden Wildretter' ist charakteristisch für den Ideenreichtum hierzulande: Immer an den tatsächlichen Gegebenheiten von Mensch und Natur orientiert, kreativ und wirtschaftlich". Die Bedeutung des Projekts aus Sicht der Jäger stellte Dr. Ernst Moser vom oberösterreichischen Landesjagdverband gemeinsam mit dem Bayerischen Jagdverband in einem Erfahrungsbericht dar. 

Rettung beginnt in der Luft

Der "Fliegende Wildretter" besteht aus einem mit Sensoren ausgestatteten Flugroboter, der vor der Mahd mittels Fernsteuerung per GPS auf Erkundungsflug geschickt wird. Eine hochauflösende Wärmebildkamera erkennt die gegenüber der Wiesenumgebung erhöhte Temperatur von Tieren im Gras. Über den Rechner an Bord des Fluggeräts wird diese Information ausgewertet und an die Bodenstation gefunkt, von wo aus das Suchpersonal GPS-gestützt zum Kitzlager geführt wird.

Von der Idee zum Produkt

Der "Fliegende Wildretter" bildet ein Kernelement für ein zukünftiges einsatztaugliches, marktfähiges Wildrettungssystem. Dabei werden die vom "Fliegenden Wildretter" aufgespürten Rehkitze unter Nutzung eines RFID-Systems (Radio Frequency Identification) elektronisch markiert, so dass sie schon Tage vor dem Mähtermin gesucht werden können und während des Mähvorgangs zuverlässig wiedergefunden und rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden können. Dieses Vorgehen des vom Mähvorgang entkoppelten Suchens entlastet das Suchpersonal, das während der Frühjahrsmahd unter enormem zeitlichem Druck steht.

Mit Förderung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz  arbeitet das DLR dazu mit dem Landtechnikunternehmen CLAAS und der Technischen Universität München zusammen, unter der Führung der ISA Industrieelektronik GmbH.

Zuletzt geändert am:
07.11.2012 15:22:03 Uhr

Kontakte

 

Bernadette Jung
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Kommunikation Oberpfaffenhofen, Weilheim, Augsburg

Tel.: +49 8153 28-2251

Fax: +49 8153 28-1243
Martin Israel
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt

DLR-Institut für Methodik der Fernerkundung

Tel.: +49 8153 28-3562