Lampoldshausen

Wasserstofftag in Lampoldshausen: Nachhaltiger Energieträger der Zukunft

Umweltminister Franz Untersteller spricht beim Wasserstofftag in Lampoldshausen.

Mittwoch, 2. Oktober 2013

  • Modell einer Wasserstofftankstelle Modell einer Wasserstofftankstelle

    Modell einer Wasserstofftankstelle

    Modell einer Wasserstofftankstelle

  • Minister Untersteller Minister Untersteller

    Minister Untersteller

    Der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller spricht beim Wasserstofftag 2013.

  • Unterzeichnung MoU Unterzeichnung MoU

    Unterzeichnung MoU

    Unterzeichnung des Memorandum of Understanding beim Wasserstofftag 2013.

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Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat beim ersten Wasserstofftag, am 27. September 2013 in Lampoldshausen,sein Wissen und seine Infrastruktur rund um den  zukunftsfähigen Energieträger präsentiert. 65 Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft informierten sich über aktuelle und künftige Möglichkeiten der Energiespeicherung. Der Wasserstofftag, der unter der Schirmherrschaft des baden-württembergischen Umweltministers, Franz Untersteller stand, gab den Startschuss für eine engere Zusammenarbeit im Raum Heilbronn. Wasserstoff rückt als nachhaltiger Energieträger immer stärker in den Fokus der Öffentlichkeit. Auf dem Weg zu einer sicheren Energieversorgung aus regenerativen Quellen kann Wasserstoff in zweierlei Hinsicht ein wichtige Rolle spielen: Er kann als Treibstoff in Brennstoffzellen-Fahrzeugen zu einer CO2 neutralen Mobilität beitragen und er kann als langfristiger Energiespeicher dienen. Dabei wird erneuerbarer Strom aus Windkraft oder Photovoltaikanlagen in Wasserstoff umgewandelt. Je nach Bedarf kann er als Kraftstoff für Fahrzeuge, für die Rückverstromung mittels Brennstoffzellen oder – wie beim DLR in Lampoldshausen – als Rohstoff für industrielle Prozesse genutzt werden.

Nutzung von Wasserstoff ausbauen

Das DLR in Lampoldshausen verfügt über 25 Jahre Erfahrung im Umgang mit Wasserstoff, weil es diesen Energieträger in Kombination mit Sauerstoff für die Tests von Raketenantrieben verwendet. Es ist der größte Flüssigwasserstoffnutzer Deutschlands. Das DLR möchte seine Aktivitäten im Bereich Wasserstoff intensivieren.  Klaus Schäfer, stellvertretender Direktor des Standorts kann sich eine Wasserstofftankstelle vorstellen. In Baden-Württemberg gibt es davon bisher fünf Stück und in Deutschland 15. Bis ins Jahr 2015 sollen es schon 50 werden. Der Wasserstofftag bot eine Plattform für Wissensaustausch und gab damit den Startschuss für ein Kompetenzcluster für gemeinsame Aktivitäten im Wirtschaftsraum Heilbronn und in Baden-Württemberg. Unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern waren Experten aus den Bereichen Energie- und Antriebstechnik, Wasserstoffwirtschaft, Automotive sowie Projektentwickler und Vertreter von Kommunen.

Energieversorger setzen auf Wind- und Wasserstofftechnologie

Während vor dem DLR-Forum für Raumfahrtantriebe Wasserstoffautos sowie zahlreiche Exponate wie eine Wasserstofftankstelle von Air Liquide auf Interessenten warteten, konnten sich die Gäste beim Vortragsprogramm über die Nutzung von Wasserstoff als Treibstoff oder über die Gewinnung von Wasserstoff aus Windkraft informieren.
Eckard Veil, Vorstand des größten Energieversorgers der Region Heilbronn (ZEAG Energie AG) erklärte, dass die Region im Vergleich zu anderen Regionen Deutschlands einen relativ hohen Anteil an Kernenergie zur Versorgung verwendet. Um die Ziele der Bundesregierung beim Anteil erneuerbarer Energien zu erreichen möchte die ZEAG Energie AG verstärkt auf Wind- und Wasserstofftechnologie setzen. Wasserstoff ist als Energieträger attraktiv, weil er im Gegensatz zu Wind ein langfristiges Speicherpotential besitzt und gleichzeitig als Kraftstoff eingesetzt werden kann. Das vorhandene Erdgasnetz bietet die einzige Möglichkeit den Energiebedarf in Deutschland für mehrere Monate zu decken. Wasserstoff kann bis zu einem bestimmen Volumenanteil direkt in das Erdgasnetz eingespeist werden und so überschüssige, regenerative Energie speichern. Der Umweltminister Baden-Württembergs, Franz Untersteller, sagte, dass er sich keinen besseren Standort vorstellen könnte, um einen Wasserstofftag durchzuführen. Auf Baden-Württemberg mit 10,4 Millionen Einwohnern fallen 13 Prozent des deutschen Energieverbrauchs. Deswegen sei der Austausch über einen sinnvollen Einsatz von Wasserstoff als leistungsstarkem Energiespeicher besonders wichtig. Untersteller verweist auf das Klimaschutzgesetz Baden-Württemberg. Es ist zum 31. Juli 2013 in Kraft getreten und fordert klare Vorgaben für die Reduzierung von Treibhausgasen: Der CO2-Ausstoß soll bis 2020 um mindestens 25 Prozent und bis 2050 um 90 Prozent reduziert werden.

Absichtserklärung unterzeichnet

Um dem Austausch Taten folgen zu lassen, haben  Stefan Schlechtriem (Institutsleiter DLR Lampoldshausen) , Eckard Veil (Vorstand ZEAG Energie AG) und Michael Vliegen (DLR Köln, Abt. Allgemeine Rechtsangelegenheiten) unterzeichnet. Darin wurde vereinbart, dass die Vertragspartner bei der Erzeugung, Speicherung und Verwertung von regenerativem Wasserstoff eng zusammen arbeiten wollen. Markus Gauer, der Projektleiter „Wasserstoff“ am Standort Lampoldshausen blickt dadurch optimistisch in die Zukunft: "Das Projekt eröffnet die Möglichkeit, unser Knowhow im Umgang mit Wasserstoff weiter auszubauen und die Versorgungssicherheit des Standorts zu erhöhen. Die einzigartige Erfahrung und die vorhandene Infrastruktur  kann so mit dem Bedarf der Energiespeicherung aus erneuerbaren Energien kombiniert werden." Ein weiterer Wasserstofftag für 2014 ist angedacht.

 

 

Zuletzt geändert am:
07.10.2013 10:37:47 Uhr

Kontakte

 

Dr. Simone Scheps
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Kommunikation, Lampoldshausen

Tel.: +49 6298 28-201

Fax: +49 6298 28-190