Forschungsflugzeuge

DG 300 Elan-17

DG 300 Elan-17
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    DLR-Hochleistungssegelflugzeug DG 300-17

    Die DG 300-17 des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) ermittelt die Geschwindigkeitspolare anderer Segelflugzeuge. Die Ergebnisse dieser Messungen dienen der Erhöhung von Reisegeschwindigkeiten bei antriebslosen Fluggeräten.

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Optisch ist die einsitzige DG 300-17 aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) ein ganz normales Segelflugzeug - und doch ist sie etwas ganz besonderes. Die Flugleistungen der DG 300 sind exakt vermessen. Sie wird als Referenz für die Leistungsbewertung anderer Segelflugzeuge genutzt und ist, in Kooperation mit der Technischen Universität Braunschweig, mit entsprechender Messtechnik ausgestattet. Damit dient sie als Messgerät für andere Segelflugzeuge - gewissermaßen als Urmeter für die Ermittlung von Geschwindigkeitspolaren, die die Sinkgeschwindigkeit in Abhängigkeit von der Fluggeschwindigkeit eines Flugzeugs angeben.

Voraussetzung für die Bewertung anderer Segelflugzeuge ist ein nicht zu großer Leistungsunterschied zwischen beiden Flugzeugen. Um hier einen guten Kompromiss für das große Leistungsspektrum der verschiedenen Segelflugzeugtypen zu finden, hat die DG 300-17 gegenüber der Serienversion eine um zwei Meter vergrößerte Spannweite von 17 Meter, ihr verdankt die DG 300 ihre Typbezeichnung "17". Konstruiert wurde die DG-300 von Wilhelm Dirks und ist im Auftrag der DG Flugzeugbau GmbH von der slowenischen Firma Elan hergestellt worden. Während früher die Relativbewegung zwischen den beiden Segelflugzeugen mit Hilfe von Fotos mit einem ziemlich aufwändigen Verfahren von Hand ermittelt wurde, verwendet man heute zur genauen Positionsbestimmung DGPS-Daten (Differential Global Positioning System).

Modifikationen

DG 300-17 unterscheidet sich von der Standard DG 300 Elan durch folgende Modifikationen:

  • Mehrlochsonde an der Flugzeugnase
  • Messanlage zur Aufnahme der Luftdaten, Lagewinkel, GPS-Position und Steuereingaben des Piloten (betreut durch das Institut für Flugführung der Technischen Universität Braunschweig)

Missionen - Forschungsschwerpunkte

Das Hochleistungssegelflugzeug DG 300-17 wird für folgende Forschungsversuche eingesetzt:

Die DG 300-17 ermittelt die Geschwindigkeitspolare anderer Segelflugzeuge. Die Ergebnisse dieser Messungen dienen der Erhöhung von Reisegeschwindigkeiten bei antriebslosen Fluggeräten. Messtechnisch gesehen ist die Bestimmung der Geschwindigkeitspolare eine aufwändige Angelegenheit, da bei allen Absolutmessverfahren immer die Luftmassenbewegung von der Messung mit erfasst wird und damit das Ergebnis verfälscht. Abhilfe schafft das Vergleichsflugverfahren. Gemessen wird nicht die Absolutbewegung des Flugzeugs gegenüber der Erde, sondern die Relativbewegung zum Kalibriersegelflugzeug. Bei diesem Verfahren werden die durch großräumige Luftmassenbewegung hervorgerufenen Störungen eliminiert, da sich sowohl das Kalibrierflugzeug, als auch das zu vermessende Flugzeug in derselben Luftmasse bewegen. Aber auch beim Vergleichsflugverfahren sind ruhige, turbulenzarme Wetterlagen Bedingung für gute Messergebnisse.

Um ihre Aufgabe als Kalibrierflugzeug erfüllen zu können, ist die DG 300-17 nicht nur mit hochwertiger Messtechnik ausgestattet, sie wird auch vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) besonders gepflegt. Jeder Kratzer im Lack verändert die Flugleistungen und würde sie daher als Kalibrierflugzeug auf Dauer unbrauchbar machen. Daher kommt die DG 300-17 ausschließlich für den Messflugbetrieb zum Einsatz und wird laufend in Kontrollmessungen überprüft.

Technische Daten DG 300-17
Länge: 6,8 Meter
Höhe: 1,39 Meter
Spannweite: 17 Meter
Gesamtgewicht: 550 Kilogramm
Wasserbalast: 130 bis 190 Liter
Flächenbelastung: maximal 51 Kilogramm pro Quadratmeter
Beste Gleitzahl: 41 bei 122 Kilometer pro Stunde
Fahrwerk: Einziehbares gefedertes Fahrwerk mit Gasfederunterstützung
Maximale Geschwindigkeit: 270 Kilometer pro Stunde
Minimale Geschwindigkeit: 65 Kilometer pro Stunde
DLR-Flugbetrieb: Braunschweig

 

Zuletzt geändert am:
10.01.2014 11:19:40 Uhr

Kontakte

 

Stefan Seydel
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Leiter Forschungsflugabteilung Braunschweig

Tel.: +49 531 295-2240