Forschungsflugzeuge

Dornier Do 228-212

Dornier Do 228-212
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    Das DLR-Forschungsflugzeug DO 228-212

    Die DO 228-212 wird hauptsächlich für Fernerkundung aber auch für Meeres- und Atmosphärenforschung eingesetzt.

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    Do 228-212 CFFU

    Die zweimotorige Turboprop-Maschine Dornier Do 228-212, Kennung D-CFFU wird vom Flugbetrieb des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen hauptsächlich für Fernerkundungsmissionen genutzt.

  • Innenansicht der Dornier DO 228%2d212 Innenansicht der Dornier DO 228%2d212

    Innenansicht der Dornier DO 228-212

    Innenansicht der Dornier DO 228-212. Durch ihre zahlreichen Modifikationen ist die Dornier Do 228-212 für die optische Flugzeugfernerkundung besonders geeignet.

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    DLR-Forschungsflugzeug Do 228-212 CFFU im Flug

    Das DLR-Forschungsflugzeug hat eine Länge von 16,56 Metern, ist 4,86 Meter hoch und hat eine Spannweite von 16,97 Metern. Seitlich am Flugzeug fliegt eine F-SAR-Antenne mit.

  • Eisforschung über Spitzbergen mit der DO 228%2d212 %2d DLR%2dBeitrag zum Internationalen Polarjahr Eisforschung über Spitzbergen mit der DO 228%2d212 %2d DLR%2dBeitrag zum Internationalen Polarjahr

    Eisforschung über Spitzbergen mit der DO 228-212 - DLR-Beitrag zum Internationalen Polarjahr

    Die Forschungsflugzeuge der ICESAR-Kampagne in Spitzbergen, Norwegen

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Die zweimotorige Turboprop-Maschine Dornier Do 228-212, Kennung D-CFFU wird vom Flugbetrieb des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen hauptsächlich für Fernerkundungsmissionen genutzt. Mit ihrer großen rechteckigen Kabine und den großen Öffnungen im Kabinenboden eignet sie sich besonders gut zur Installation von speziellen Kamerasystemen, wie die Hochauflösende Stereokamera HRSC (High Resolution Stereo Camera), die auch zur Weltraumbeobachtung genutzt wird.

Je nach Anforderung werden digitale Sensoren installiert, sie liefern optische Fernerkundungsdaten im infraroten Bereich und hoher Auflösung. Die so genannten Multi- und Hyperspektral-Sensoren wurden vom DLR gemeinsam mit Kooperationspartnern entwickelt.

Mit den digitalen Sensoren werden je nach Bildmaßstab während des Fluges Messwerte zwischen mehreren Kilometern und wenigen Dezimetern erreicht. Mit wiederholten Messungen an gleicher Stelle bei denen unterschiedliche digitale Sensoren wie DAIS (Digital Airborne Imaging Spectrometer), ROSIS (Reflective Optics System Imaging Spectrometer), HYMAP (Hyperspectral Scanner), und ARES (Airborne Reflective Emissive Spectrometer) eingesetzt werden, können nun weitaus präzisere Information über die Erdoberfläche und ihre Vegetation gewonnen werden, als dies bislang mit Kamerasystemen möglich war. 

Das experimentelle DLR-Radarsystem E-SAR (Experimentelles Synthetisches Apertur Radar) und dessen Nachfolger F-SAR, werden vom DLR-Institut für Hochfrequenztechnik für die Messungen im Bereich der Atmosphärenforschung eingesetzt. Aufgrund ihrer Modifikationen können die Radarsysteme ausschließlich auf dieser langen Variante 212 der Do 228 geflogen werden. Die Systeme E-SAR und F-SAR werden unter anderem dazu genutzt, Vorreiterstudien für künftige Satellitenmissionen wie zum Beispiel für den deutschen Radarsatelliten TerraSAR-X zu erstellen.

Die Dornier Do 228-212 unterscheidet sich von der Standard Do 228 durch folgende Modifikationen:

  • Befestigungspunkte zur Installation eines Nasenmastes mit integriertem Strömungssensor zur Messung von Turbulenz, Druck, Windgeschwindigkeit und Richtung.
  • vier Öffnungen im Dach, Kabinenboden, und an der Kabinenseite 
  • vier Befestigungspunkte unter den Tragflächen für Nutzlasten mit bis zu 250 Kilogramm, wie zum Beispiel Partikelmesssonden und Kameras, um senkrecht nach unten sehen zu können
  • zwei spezielle Beobachtungsfenster an der Kabinenseite
  • Befestigungspunkte unter dem Rumpf für Nutzlasten bis 200 Kilogramm
  • zwei große Öffnungen im Kabinenboden
  • Befestigungspunkte an der Rumpfseite für Lasten bis zu 50 Kilogramm
  • Präzisionsnavigationssystem
  • Zusätzliche Stromanlage für die Versorgung der Experimente (DC 28 Volt/225 Ampere, AC 220 Volt/50 Herz)

Missionen - Forschungsschwerpunkte

Das Forschungsflugzeug Do 228-212 wird unter anderem auf den folgenden Gebieten eingesetzt: 

Geophysik, Glaziologie und Klimawissenschaften

Mit Hilfe des vom DLR entwickelten Radarsystems E-SAR werden an Bord der DO 228-212 geophysikalische Radarmessungen zur internen Struktur des antarktischen und grönländischen Eises durchgeführt. Die Untersuchungen liefern einen Beitrag zur Bestimmung der Eisdynamik und ermöglichen Prognosen über die Veränderungen der großen Eismassen auf Grund von Klimaveränderungen.

Mit dem E-SAR unterwegs für ICE-SAR: DLR-Beitrag zum Internationalen Polarjahr (IPY)

Neue Erkenntnisse über Entstehung und Eigenschaften von Landeis und Meereis erhoffte sich das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt von seiner Beteiligung an einer umfangreichen Messkampagne im Rahmen des Internationalen Polarjahres 2007/2008. Wissenschaftler und Techniker des DLR-Instituts für Hochfrequenztechnik und Radarsysteme forschten im norwegischen Spitzbergen zwischen März und April 2007 im Rahmen der ICE-SAR-Kampagne (Iceland Association for Search and Rescue) mit dem flugzeuggetragenen Radarsystem E-SAR. Zusammen mit dem Alfred-Wegener-Institut (AWI), der deutschen Forschungseinrichtung für Polar- und  Meeresforschung, gilt es charakteristische Kenngrößen von Land- und Meereis zu ermitteln, die für eine Bestimmung der wechselseitigen Beeinflussung von Eis und Atmosphäre notwendig sind.

Als besonders wichtig hierfür gelten der Meereisbedeckungsgrad, die Oberflächenrauigkeit des Meereises, die Dicke von Landeismassen und die Bestimmung von Strukturen im Landeis. Die Meereisoberfläche beeinflusst die Luftströmung besonders innerhalb der untersten 100 Meter der Atmosphäre. Um den Austausch von Energie und Impuls zwischen der Oberfläche und der Atmosphäre genau berechnen zu können, muss die Rauigkeit des Eises bekannt sein. In Klima- und Wettervorhersagemodellen werden die komplexe Meereistopographie und die Eisverteilung durch vereinfachte Formen ausgedrückt.

Der landbezogene Teil der ICE-SAR-Kampagne findet auf Spitzbergen über der Austfonna-Eiskappe statt, einem gut untersuchten subpolaren Gebiet, das mit geringem logistischen Aufwand schnell von Deutschland aus erreicht werden kann. Mit Unterstützung der Europäischen Weltraumorganisation ESA und dem Norwegischen Polar-Institut (NPI) werden regelmäßig Expeditionen unter Teilnahme eines europäischen Forscherteams durchgeführt.

Das Besondere an der aktuellen ICE-SAR-Kampagne ist, dass erstmalig sehr umfangreiche Mengen an Messdaten von unterschiedlichen europäischen Forscherteams gleichzeitig gesammelt werden. So erfassen Wissenschaftlerteams von der Universität Oslo und dem British Antarctic Survey (BAS) bodengebundene Daten auf dem Landeis; atmosphärische Daten über dem Meereis werden mit dem AWI-Flugzeug und dem norwegischen Expeditionsschiff "KV Svalbard" (Ice-Strengthened Norwegian Coast Guard Vessel) erfasst; Radar-Fernerkundungsdaten mit dem E-SAR Radarsystem des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt an Bord der Do 228-212 ergänzen die Messungen.

Das Internationale Polarjahr 2007/2008 ist eine weltweite Kampagne zur wissenschaftlichen Erforschung von Arktis und Antarktis und wird von der ESA maßgeblich unterstützt. An dem zweijährigen Forschungsprogramm sind Wissenschaftler aus über 60 Ländern beteiligt. 

Technische Daten

Dornier Do 228-212

Länge: 16,56 Meter (18,7 Meter mit Nasenmast)
Höhe: 4,86 Meter
Spannweite: 16,97 Meter
Kabinenlänge:8,93 Meter
Kabinenbreite: 1,35 Meter
Kabinenhöhe: 1,55 Meter  
Sitzplätze: Ursprünglich 21 Sitze. Im Rahmen von DLR-Forschung jedoch drei Sitzplätze für Besatzungsmitglieder und bis zu vier Sitzplätze für Wissenschaftler.
Leergewicht: 3,7 Tonnen
Gesamtgewicht: 6,57 Tonnen
Antrieb: zwei Garret Turboprop-Triebwerke TPE 331-5 mit jeweils 715 Wellen-PS
Propeller:Vierblatt Hartzell Propeller
Reichweite: 1000-2700 Kilometer
Flughöhe:maximal 7620 Meter (25.000 Fuß)
Geschwindigkeit:maximal 389 Kilometer pro Stunde
Flugdauer:8:20 Stunden (ohne Nutzlast)
Tankkapazität:2252 Kilogramm
Ursprüngliche Nutzung:zivile und militärische Nutzung, Passierflüge, Frachttransport - überwiegender Einsatz in Ländern mit eingeschränkter Infrastruktur und über Wassergebieten
DLR-Flugbetrieb: Oberpfaffenhofen 

Zuletzt geändert am:
14.06.2011 09:28:33 Uhr

Kontakte

 

Dr.rer.nat. Monika Krautstrunk
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Flugbetriebe, Flugabteilung Oberpfaffenhofen

Tel.: +49 8153 28-2986

Fax: +49 8153 28-1347