Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betreibt neben Grundlagenforschung vor allen Dingen anwendungsorientierte Luftfahrtforschung. Vorrangiges Ziel der DLR-Luftfahrtforschung ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der nationalen und der europäischen Luftfahrtindustrie und Luftverkehrswirtschaft zu stärken und den Anforderungen von Politik und Gesellschaft nachzukommen.
Das DLR stellt sich der Herausforderung, den stark wachsenden Luftverkehr effizient, umweltfreundlich und nachhaltig zu gestalten. Das Technologieportfolio des DLR orientiert sich an den Zielen des europäischen Strategiepapiers "Vision 2020" und dem nationalen Pendant "Luftfahrt 2020". Die Hauptziele lauten:
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Reduzierung der Kosten des Luftverkehrs um 30 Prozent
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Reduktion der Unfallrate um 80 Prozent
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Steigerung des europäischen Flugverkehrsaufkommens auf 16 Millionen Flüge pro Jahr
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Reduktion der Kohlendioxid-Emissionen um 50 Prozent und der Stickoxid-Emissionen um 80 Prozent
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Reduktion des wahrgenommenen Lärms um 50 Prozent
Zur Erreichung der gesetzten Ziele wurde auf europäischer Ebene vom "Advisory Council for Aeronautic Research in Europe" (ACARE) die "Strategic Research Agenda" (SRA) erarbeitet, aus der sich die Luftfahrtstrategie des DLR maßgeblich ableitet. Augenblicklich erstellt ACARE auf Basis der neuen europäischen Luftfahrtvision "Flightpath 2050" eine "Strategic Research and Innovation Agenda" (SRIA), welche die bestehende SRA in 2012 ablösen wird. Die SRIA wird dann ebenfalls in die Luftfahrtstrategie des DLR einfließen.
Mit seinen bestehenden Instituten, der Beteiligung an den Deutsch-Niederländischen Windkanälen (DNW) und am Europäischen Transsonischen Windkanal (ETW) sowie seiner Flotte von Forschungsflugzeugen (zum Beispiel Falcon, HALO) besitzt das DLR die Fähigkeit, das gesamte Lufttransportsystem zu betrachten. Die DLR-Forschung zum Lufttransportsystem umfasst dabei die land- und luftseitigen Operationen am Flughafen, das Luftfahrzeug als hochkomplexes System und letztlich die Flugführungsaktivitäten.
Um eine erfolgreiche Umsetzung der Ziele der "Vision 2020" zu gewährleisten, baut das DLR seine Fähigkeit zur Systemanalyse und Technologiebewertung für das Lufttransportsystem gezielt aus. Wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung einer solchen Bewertungskompetenz bietet die im Technologieportfolio des DLR stark ausgeprägte Schwerpunktsetzung auf die so genannte numerische Simulation - also die computergestützte Berechnung der Umströmung eines Flugzeugs - und ihre experimentelle Validierung.
Eine weitgehend eigenständige Rolle spielt im Spektrum der Luftfahrzeuge der Hubschrauber. Aufbauend auf den in über 25 Jahren entwickelten Großforschungsanlagen wie dem Rotorversuchsstand ROTOS und Flugversuchsträgern wie den Helikoptern BO-105 und EC 135 FHS führt das DLR weltweit führende Forschungsvorhaben im Bereich der Rotor-Aerodynamik, der Rotordynamik, der Gesamtsystembeschreibung, der dynamischen Interaktion von Pilot und Hubschrauber sowie der Steuerung und Führung von Hubschraubern durch.
Die Luftfahrtforschungsthemen umfassen sowohl zivile als auch wehrtechnische Fragestellungen. Die wehrtechnischen Forschungsthemen des DLR orientieren sich am langfristigen Bedarf des Verteidigungsministeriums und werden in enger Abstimmung mit Behörden und der nationalen sowie europäischen Industrie definiert.
Neben der anwendungsorientierten Forschung ist die Grundlagenforschung für das DLR unverzichtbar. Eine besonders ausgeprägte Rolle spielt die Grundlagenforschung im Themenkomplex "Luftverkehr und Umwelt" der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF). Hier geht es einerseits um das Verständnis der maßgebenden Einflüsse des wachsenden Luftverkehrs auf die Umwelt, andererseits aber auch um eine bessere Vorhersage der für den Flugbetrieb wichtigen Wetterfaktoren.
Das DLR ist über den Verbund EREA (Association of European Research Establishments in Aeronautics) mit den führenden europäischen Luftfahrt-Großforschungseinrichtungen vernetzt. Eine besonders enge Kooperation besteht mit der französischen Partnerorganisation ONERA (Office National d'Etudes et de Recherches Aérospatiales) und dem niederländischen NLR (Nationaal Lucht- en Ruimtevaartlaboratorium).