Ein Zug auf der Autobahn - DLR Göttingen bekommt neues "Labor" für Bahnkomfort-Forschung

Dienstag, 20. März 2012

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  • Das neue Zuglabor kam in der Nacht zum 20. März 2012 zum DLR Göttingen

    Die DLR-Verkehrsforscher freuen sich über einen neuen Zugversuchsträger. In der Nacht zum 20. März 2012 wurde der Triebwagen eines Talent-2-Regionalzuges des Herstellers Bombardier durch die Göttinger Innenstadt zum DLR-Standort in die Bunsenstraße 7 gefahren. Das neue "Labor" wollen die DLR-Wissenschaftler für die Klimaforschung in Zügen genutzt werden.

  • Ein Kran lädt den Zugversuchsträger auf dem DLR-Gelände in Göttingen ab

    Der nach Göttingen gebrachte Zug mit Platz für 50 Passagiere ist nie im Bahnbetrieb gewesen. Stattdessen steht ihm nun eine Forschungskarriere im DLR bevor. Der 20 Meter lange und 34 Tonnen schwere Zug wurde auf den Autobahnen 2 und 7 per Tieflader von Berlin nach Göttingen transportiert.

Ein ungewöhnlicher Anblick bot sich in der Nacht auf den 20. März 2012 in der Göttinger Innenstadt: ein Regionalzug kam in das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gerollt - auf einem Tieflader. Der Zug soll den DLR-Verkehrsforschern dabei helfen, Bahnfahren für die Passagiere künftig komfortabler zu machen.

"Forschungskarriere" im DLR

Bei dem Schienenfahrzeug handelt es sich um einen Triebwagen eines Talent-2-Regionalzuges des Zugherstellers Bombardier. Ein Triebwagen ist ein Schienenfahrzeug, das über einen eigenen Antrieb verfügt, im Gegensatz zu einer Lokomotive aber auch Passagiere befördert. Der Talent-2  ist seit Ende 2011 im Einsatz. Der jetzt nach Göttingen gebrachte Zug mit Platz für 50 Passagiere ist nie im Bahnbetrieb gewesen. Stattdessen steht ihm nun eine Forschungskarriere im DLR bevor. Der 20 Meter lange und 34 Tonnen schwere Zug wurde auf den Autobahnen 2 und 7 per Tieflader von Berlin nach Göttingen transportiert.

Hier wollen die Forscher die Klimatisierung und den Komfort von Zügen untersuchen. "Wir wollen erforschen, wie ein Zug klimatisiert sein muss, damit es den Passagieren gefällt", erklärte der DLR-Strömungsforscher Siegfried Loose. "Einen eigenen Zug dafür einsetzen zu können ist einmalig in der Forschungslandschaft." Dass die Göttinger Aerodynamiker sich mit Zugforschung beschäftigen, ist kein Zufall. Bereits kurz nach Gründung der ältesten staatlichen Luftfahrforschungseinrichtung der Welt untersuchten die Göttinger Wissenschaftler auch die Strömungseigenschaften von Dampflokomotiven.
Heute zählt das DLR Göttingen zu einem der bedeutendsten europäischen Forschungsstandorte für die Aerodynamik von Schienenfahrzeugen. Auch die Luftströmung an Bord von Fahrzeugen ist Teil der Aerodynamik.

Die Göttinger Forscher wollen in dem Regionalzug neben dem Klima auch andere Komfortfragen untersuchen. Als erstes soll erforscht werden: Wie kommt der Lärm in den Zug? Die Kosten für den Zug, einen künftigen Hallenbau und ein zusätzliches mobiles Labor belaufen sich auf 4,3 Millionen Euro.

Zuletzt geändert am:
20.03.2012 16:19:30 Uhr

Kontakte

 

Jens Wucherpfennig
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Kommunikation, Göttingen

Tel.: +49 551 709-2108

Fax: +49 551 709-12108
Dipl.-Phys. Sigfried Loose
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik

Tel.: +49 551 709-2814