DLR expandiert und investiert Millionen am Standort Göttingen

Mittwoch, 11. Dezember 2013

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    DLR-Standort Göttingen

    Luftbild des DLR-Standortes Göttingen.

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    Die AVA 1919

    Die Aufnahme aus dem Jahr 1919 zeigt die damals Aerodynamische Versuchsanstalt (AVA) genannte Einrichtung. Damals gab es noch viel unbebauten Platz zwischen Böttinger- und Bunsenstraße.

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    Aktuelle Ansicht der historischen Gebäude

    Dieselben Gebäude heute: Das DLR hat sie von der Max-Planck-Gesellschaft erworben.

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    Mitten im Grünen

    An historischen Wurzeln und mitten im Grünen: Das DLR Göttingen hat eine für Luft- und Raumfahrtforschung einmalige Lage.

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    Vater der Aerodynamik: Ludwig Prandtl

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    Eingang zum DLR

    Haupteingang des DLR Göttingen an der Bunsenstraße 10.

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    Halle des ersten Windkanals Göttinger Bauart

    In dieser Halle stand der erste Windkanal Göttinger Bauart, der bis heute Vorbild für die meisten Windkanäle auf der Welt ist.

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    Spuren der Geschichte

    In der Halle des ersten Windkanals Göttinger Bauart trifft man auf Spuren der Geschichte.

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    Weltraum auf Erden - die Vakuumkammer des DLR

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) vergrößert seinen Standort Göttingen und investiert mehr als 20 Millionen Euro in Forschung und Infrastruktur. Unter anderem wird im kommenden Jahr ein Prüfstand fertiggestellt, der zu den leistungsstärksten Testeinrichtungen für Flugzeugturbinen zählen wird. Außerdem ist die Errichtung einer Experimental-Windkraftanlage geplant.

Im Herbst 2012 erwarb das DLR 11.000 Quadratmeter des angrenzenden Max-Planck-Instituts (MPI) für Dynamik und Selbstorganisation. Damit verfügt das DLR Göttingen über eine Gesamtfläche von fast 56.000 Quadratmetern. Für Kauf und bauliche Sanierung stehen 2,95 Millionen Euro zur Verfügung. "Durch den Kauf ist das DLR quasi an seinen historischen Ursprungsort zurückgekehrt", sagt Prof. Joachim Block, Standortleiter des DLR Göttingen. Unter anderem wurde jenes Gebäude übernommen, in dem sich die Reste des ersten Windkanals Göttinger Bauart befinden. Dieser 1918 von Ludwig Prandtl errichtete Windkanal ist zum Vorbild für einen Großteil der Windkanäle in aller Welt geworden. In ihm sind viele Untersuchungen zu Grundlagen der Aerodynamik durchgeführt worden.

Die aktuelle Vergrößerung des Geländes vom DLR Göttingen war dringend notwendig geworden. In den vergangenen fünf Jahren ist die Mitarbeiterzahl um mehr als 23 Prozent von 373 auf 460 gestiegen. Da mehrere Großforschungsanlagen neu gebaut worden sind oder sich im Bau befinden, ist der Platz für die DLR-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter eng geworden. Teilweise mussten sie in Büro-Containern untergebracht werden.

Mehr als 20 Windkanäle

Inzwischen befinden sich im DLR Göttingen mehr als 20 Windkanäle und Großforschungsanlagen – eine in Europa einmalige Konzentration. "In der Erforschung neuer Flugzeuge und Raumschiffe führt in Europa praktisch kein Weg mehr am DLR Göttingen vorbei. Zudem sind wir auf dem Weg, das bedeutendste europäische Zentrum für die Erforschung von Schienenfahrzeugen zu werden", sagt Prof. Andreas Dillmann, Leiter des DLR-Instituts für Aerodynamik und Strömungstechnik.

Turbinenprüfstand und Experimentalwindkraftanlage

Demnächst wird eine Halle für einen Regionalzug hinzukommen, zudem Prüfstände für Hubschrauberrotoren und  Turbinen. Der Turbinenprüfstand soll in der Lage sein, die Turbinen moderner Flugzeuge in Originalgröße bei der richtigen Machzahl und den richtigen Lufteigenschaften zu untersuchen – vom kleinen Geschäftsflieger bis zum A380-Großraumflugzeug. Das bedeutet, dass der Zustand beim späteren Einsatz im Triebwerk realistisch simuliert werden kann.

In einem DLR-Projekt unter Leitung des Göttinger Institutes für Aeroelastik soll 2014 eine Experimentalwindkraftanlage entworfen und 2015 in Niedersachsen gebaut werden. "Mit der Erforschung besserer Windkraftanlagen wollen wir einen Beitrag zur Energiewende liefern", sagt Prof. Lorenz Tichy, Leiter des Institutes für Aeroelastik.  Das Institut erhält weiterhin einen neuen Windkanal für Turbomaschinen. Zudem soll ein Zentrum neuartige Windkanalexperimente ermöglichen und die Kombination von Windkanalexperiment und  Computersimulation  ermöglichen (VICAS – Validation and Integration Center for Aerodynamics and Structure).

Gedächtnis der Luftfahrtforschung

Auch das Zentrale Archiv des DLR soll in Göttingen einen angemessenen Platz erhalten. Das Archiv dokumentiert das historische Wissen des DLR und bewahrt es für die Zukunft. Seine Hauptaufgabe: Unterlagen des DLR und seiner Vorgängergesellschaften sichern, bewerten, erschließen und der Wissenschaft sowie der interessierten Öffentlichkeit zugänglich machen. Die Unterlagen des Zentralen Archivs reichen zurück bis ins späte 19. Jahrhundert. Der Dokumentationsschwerpunkt liegt auf der Zeit nach 1969, als durch die schrittweise Zusammenführung verschiedener Versuchsanstalten das moderne DLR entstand.

Zu den bereits in den vergangenen Jahren hinzugekommenen Großforschungsanlagen zählt die weltweit einzigartige Tunnelsimulationsanlage, in der Zugmodelle bis auf Tempo 400 beschleunigt werden, und eine Vakuumkammer für elektrische Raumschifftriebwerke, in der ein Stück Weltraum erzeugt wird.
 

Die vom MPI übernommenen Gebäude grenzen direkt an das DLR-Gelände. Bis dato wurden bestimmte Einrichtungen, wie die Kantine, gemeinsam mit den Max-Planck-Kollegen genutzt. Das Areal an der Göttinger Bunsenstraße war nach dem Ende des Ersten Weltkriegs in Betrieb genommen worden. Dieses liegt einige Kilometer von den ersten Bauten der Modellversuchsanstalt am heutigen Schützenplatz entfernt. Dort wurde bereits Anfang des 20. Jahrhunderts das erste Gebäude errichtet – der 9. November 1907 gilt als Geburtsstunde der ersten Forschungseinrichtung für Aerodynamik, und Göttingen somit als Wiege der Strömungsforschung. Erst der Umzug auf das heutige Gelände an der Bunsenstraße nach dem Ersten Weltkrieg brachte eine deutliche Vergrößerung mit sich.
 

Zuletzt geändert am:
11.12.2013 11:59:19 Uhr

Kontakte

 

Jens Wucherpfennig
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Kommunikation, Göttingen

Tel.: +49 551 709-2108

Fax: +49 551 709-12108
Prof. Dr.-Ing. Joachim Block
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Leitung der Standorte Braunschweig, Göttingen, Trauen

Tel.: +49 531 295-2100

Fax: +49 531 295-12100
Prof. Dr.-Ing. Lorenz Tichy
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Aeroelastik

Tel.: +49 551 709-2341

Fax: +49 551 709-2862
Prof. Dr. rer. nat. Dr.-Ing. habil Andreas Dillmann
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Tel.: +49 551 709-2177

Fax: +49 551 709-2889