Aeronautics Blog | 23. Januar 2014 | von Jörg Brauchle

Auf Forschungsexpedition: Mit Motorsegler und 3D-Spezialkamera im Himalaya

Testflüge in den Alpen: Das Forschungsflugzeug mit MACS-Himalaya Luftbildkamerasystem
Testflüge in den Alpen: Das Forschungsflugzeug mit MACS-Himalaya Luftbildkamerasystem

Aktuell bereiten wir eine Flugkampagne zur Erprobung der DLR-Spezialkamera MACS (Modular Aerial Camera System) im Himalaya vor. Im Blog wollen wir von unserer abenteuerlichen Forschungsreise zu den höchsten Bergen der Erde berichten und Bilder der Forschungsflüge zeigen.


Unsere Fachabteilung Sensorkonzepte und Anwendungen im Berliner DLR-Institut für Optische Sensorsysteme hat bereits extrem leichte Luftbildkameras sowie Messkameras für sehr schnelle Flugzeuge entwickelt und erprobt. Auch in Echtzeit konnten wir bereits Luftbilder in hoher Auflösung bereitstellen.
Für Aufgaben im Bereich der zivilen Sicherheit wie z.B. im Zusammenhang mit Naturkatastrophen werden Luftbilder großer Gebiete – wiederholt über einen längeren Zeitraum – benötigt. Das können heute Satellitenbilder leisten. In Zukunft können jedoch auch mit speziellen Kameras ausgestattete hochfliegende Plattformen, angetrieben von Solarstrom oder Brennstoffzellen, diese Aufgabe erfüllen. Die Bilddaten aus der Kamera können dreidimensionale Informationen des Geländes liefern und damit ein wichtiges Hilfsmittel für die Abschätzung von Gletscherveränderungen, Hangabrutschungen und Überflutungsrisiken sein.

3D-Modell aus Testflügen in den Alpen
Dieses 3D-Modell wurde aus den Testdaten des Alpenflugs erstellt
Quelle: DLR (CC-BY 3.0)

Solche Kameras müssen viele Anforderungen erfüllen: Sie müssen relativ leicht und energiesparend unter den widrigen Umgebungsbedingungen der Stratosphäre (wie etwa Temperaturen unter minus 40 Grad Celsius) autonom und automatisch funktionieren. Diese Anforderungen sind nur schwer mit einem Mal zu schaffen, wobei noch wenige Flugzeuge als Träger für eine solche Aufgabe in Frage kommen. Schritt für Schritt kommen wir dem Ziel näher ein Kamerasystem zu bauen, welches auch aus mehr als 10 Kilometern Höhe hochqualitative Aufnahmen liefert. Für die praktische Erprobung der jüngsten Genration Luftbildspezialkameras des DLR bot sich eine Kooperation mit dem Mountain Wave Project (MWP) an, das in solch großen Höhen Messungen durchführt, um etwa atmosphärische  Transportvorgänge besser zu verstehen. Das MWP ist 2013/2014 für eine Flugkampagne in Nepal – die ideale Gelegenheit für Tests unseres Kamerasystems. 

Start des Foschungsflugzeugs in Strausberg
Ende Oktober 2013 startete das Foschungsflugzeug in Strausberg
Quelle: DLR/Sebastian Pless (CC-BY 3.0)

Nach ausgiebigen Labortests sammelten wir mit unserer Kamera bereits 2013 praktische Erfahrungen mit Hilfe eines Motorsegelflugzeugs Stemme S10 in den Alpen. Dieses Flugzeug wird auch im Himalaya eingesetzt werden. Am 29. Oktober 2013 machte sich dann das Messflugzeug auf seinen zweiwöchigen Weg nach Nepal. Jetzt wird es ernst für Mensch und Material, denn die Befliegungen stehen kurz bevor. Mehr zur abenteuerlichen Reise nach Nepal folgt im nächsten Blogpost.

Forschungsflugzeug mit MACS-Himalaya Luftbildkamerasystem in den Alpen
Testflüge in den Alpen: Das Forschungsflugzeug mit MACS-Himalaya Luftbildkamerasystem
Quelle: DLR/Lothar Schwark (CC-BY 3.0)

 

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Über den Autor

Jörg Brauchle ist Entwicklungsingenieur und Projektleiter am DLR, wo er neue Technologien zur Fernerkundung erforscht. Er bloggt für spannende Expeditionen wie die Erkundung der Himalaya-Region und publiziert in einschlägigen Fachzeitschriften. zur Autorenseite

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